Was für ein Hund wird es? Welpe, Tierheim, Tiere in Not?

Wer auf den Hund kommen will, hat die Wahl. Man kann viel Geld für einen Hund ausgeben, oder man bekommt ihn fast geschenkt. Man kann sich für eine bestimmte Rasse entscheiden, oder für eine Wundertüte namens Mischling. Man kann einen Welpen holen und hat noch so vieles in der Hand, oder einen älteren, der eine Geschichte hat und vielleicht von seinem bisherigen Besitzer verlassen wurde oder werden musste. Oder man rettet einen Hund und nimmt einen von der Tiernothilfe im Ausland.

Viele Wege führen zum Hund.

Welpe

In Deutschland darf man Welpen zum Glück nicht mehr in der Tierhandlung aus Aquarien kaufen. Dennoch hat man auch hier gleich mehrfach die Wahl:

  • Von einem hoffentlich seriösen Züchter einen Welpen einer bestimmten Rasse kaufen.
  • Von einem Vermehrer einen Welpen kaufen.
  • Oder einen Unfall-Welpen kaufen (wobei nicht alle Unfall-Welpen wirklich ungeplant sind, oft wollen Herrchen und Frauchen ihrer Hündin die Freuden der Mutterschaft gönnen oder selbst solche erleben und lassen diese dann absichtlich von einem Rüden besteigen). Manchmal sind Unfall-Welpen also getarnte Vermehrer-Welpen.
  • Fast noch Welpen, die zwar einen Vorbesitzer hatten, wo es aber nicht gepasst hat (Allergien, zeitliche Belastung überschätzt, Ferienzeit).

Zur Auswahl Welpen von Züchter gibt es übrigens zwei sehr konträre Meinungen. Die einen verwechseln Rassehunde Welpen mit einer Pizza und denken, sie bekommen bestimmte Wesensmerkmale und Charaktereigenschaften garantiert. Meist kann der Züchter noch nicht mal die Größe garantieren, die ein solcher Hund am Ende haben kann, wie sollte er da dann absolut 100 Prozent Einfluss auf Wesen und Charakter nehmen können, Dinge, die eben auch von der Sozialisation abhängig sind? Und andere halten Hunde vom Züchter für degeneriert, überzüchtet und krankheitsanfällig. So hört man ja häufig: Lieber einen Mischling, die sind ja viel gesünder. Richtig ist, es gibt Hunderassen, die unter genetisch bedingten Krankheiten leiden. Paart sich ein solcher Hund mit einem anderen Hund, dann kann er diese Krankheiten weitergeben. Paart sich ein solcher Rassehund mit einer anderen Rasse oder einem Mischling, erhält man einen Mischling und eben die Erbanlagen der Eltern und diese können eben auch genetisch bedingte Krankheiten weitergeben.

Junghunde

Tsja, wer keinen Welpen möchte, aber noch einen jungen Hund, sollte sich, so traurig es klingt, mal zur Sommerferienzeit umschauen. Was da plötzlich an Allergien entdeckt werden, nur weil man sich zwar für einige Hunderte Euro einen Urlaub leisten kann, aber kein Geld für eine Hundepension bleibt, ist schon traurig. Wobei wer eine Allergie vorgibt, sich meist wenigstens noch um eine Unterbringung kümmert. Oftmals werden solche zu Weihnachten noch als süß empfundene tolle Hunde auch einfach ausgesetzt. Solche Junghunde können durchaus auch problematisch sein, denn häufig hatten ihre bisherigen Besitzer auch keine Zeit sich um Erziehung oder Sozialisation zu kümmern. Meist sind Junghunde aber dennoch aus dem gröbsten raus und zumindest stubenrein und können auch schon etwas länger alleine gelassen werden, als ein doch sehr schutzbedürftes Hundewelpen.

Hund aus dem Tierheim

Womit wir beim Tierheim wären. Auch wenn Tierheime kein Geld haben und meist – gerade in der Ferienzeit – chronisch überbelegt sind, einfach so rücken die auch keine Tiere mehr raus, schon gar keine Hunde. Man muss schon das Tierheim überzeugen können, dass man dem Hund gerecht wird, genug Zeit und Platz hat (wobei die meisten Hunderassen durchaus bei genügend Auslauf auch in Wohnungen zufrieden sind) und man sich auch genügend mit dem ausgewählten Tier beschäftigt hat. Hat man keine Ahnung von Hunden, wird man vom Tierheim kaum einen Hund einer Rasse vermittelt bekommen, die als, hm, braucht eine liebevoll-konsequente Erziehung, bekannt ist. Hat man keine Hundeerfahrung, wird man auch nicht unbedingt einen traumatisierten problematischen Junghund bekommen. Man sollte darüber nicht traurig sein, denn auch im Tierheim versucht man eben, beiden Seiten gerecht zu werden. Sofort einen Hund mit bekommt man meist eh nicht.

Dennoch ist ein Tierheim schon einmal eine gute Anlaufstelle, wenn man einem Hund eine zweite Chance (oder leider dritte, vierte, fünfte) geben möchte.

Tiere in Not – Einen Hund aus dem Tierschutz

Ja, auch Tiere in deutschen Tierheimen befinden sich natürlich in Not. Denn auch wenn sich viele Tierheime natürlich sehr viel Mühe machen, ein richtiges Zuhause kann ein solches Tierheim natürlich nicht ersetzen. Aber es gibt auch im Ausland Fellnasen und denen geht es meist noch schlimmer und oftmals droht ihnen auch der Tod, denn in vielen anderen Ländern sind Tierheime keine Heime, sondern Tötungsstationen. Auch solche Hunde haben natürlich eine Chance verdient, wobei natürlich ein Gegenargument oft lautet, dass es eben auch bei uns genügend traumatisierte Hunde gibt, die auf ein liebevolles Zuhause warten.

Man sollte diese Tiere auch nicht gegeneinander ausspielen, sondern hier auch etwas auf seinen Bauch hören. Häufig sind solche Tiere auch krank (Leishmaniose ist in südlichen Ländern ein großes Thema), hier sollte man also auch schauen, wie der vermittelnde Verein damit umgeht und einen darüber aufklärt.

Rassehunde in Not

Soll es doch ein Rassehund sein? Nur weil ein Welpen mehrere hunderte Euro, manchmal auch vierstellig kostet, ist das keine Garantie dafür, dass er immer geliebt wird und willkommen ist. Auch Rassehunde können plötzlich unbequem werden oder, Herrchen und Frauchen werden krank, sterben oder die Lebenssituation ändert sich radikal, weil man zum Beispiel mit 55 dachte, sich noch einen Hund holen zu können, mit 60 aber plötzlich keine drei Meter mehr laufen kann. Es gibt zahlreiche Hunde in Not Gruppen, die sich bestimmten Rassen verschrieben haben. Einfach mal nach der gewünschten Rasse im Internet suchen, es gibt auch eine Seite Rassehunde im Tierheim. Vielleicht hat man hier Erfolg.

Ratschläge gibt es schon vor der Anschaffung umsonst

Ja, nach einigen Absätzen Ratschlägen klingt es natürlich etwas sinnleer, aber aufpassen sollte man vor allen Ratschlägen, die einfach nur miesig sind. Ja, im Tierheim warten ganz viele tolle Hunde. Und ja, einige von diesen haben tatsächlich eine Meise. Aber wenn man selbst sich einen Hund holt und diesem (bei einem Welpen 10 bis 18 Jahre, bei einem älteren Hund auch noch einige Jahre) ein tolles, liebevolles Zuhause bieten möchte, dann sollte man am Ende einen Hund aussuchen, der zu einem passt. Kann man mit Tierheimhunden also nichts anfangen, sollte man sich nicht mit Sprüchen wie: Da warten so viele, Rassehunde sind irgendwie elitär, und überhaupt sind Züchter ja nur geldgeil. Unter Druck setzen lassen. Möchte man unbedingt einem Hund eine zweite oder weitere Chance geben, vertraut man dem Vermittler (Tierheim, Tierschutz), dann sollte man Kommentare wie: Die sind schon aus einem bestimmten Grund im Tierheim und solche Hunde haben immer einen Schlag weg. auch ignorieren.
Letztendlich hat alles seine Vorteile und Nachteile. Am Ende muss man aber selbst den Vierbeiner in sein Herz schließen und bei sich aufnehmen. Und nicht derjenige, der die tollen Ratschläge und Weisheiten von sich gibt.

Was ein Ohr wert ist, sind echte Erfahrungen

Hat man sich zum Beispiel für eine bestimmte Hunderasse entschieden, kennt man jemanden, der gerade erst einen Welpen dieser zu sich geholt hat, kann man aber natürlich von dessen Erfahrungen bei der Züchterwahl profitieren. Hat man sich für einen bestimmten Tierschutz Verein entschieden und kennt man jemanden (also nicht jemanden, der jemanden kennt, dessen Friseur sein Onkel montags mit jemandem Skat spielt, der), der mit diesem schon Erfahrungen hat, kann man sich diese natürlich anhören und sollte es auch. Kommt Kritik, dann kann man solche Vereine auch darauf ansprechen.

Siehe auch Meine drei Hunde.

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