Schlafverhalten von Hunden – So schläft ein Hund

Schon mal einen Hund beim Schlafen beobachtet? Zum einen sind da die Schlafpositionen. Einige Hunde schlafen tatsächlich mit weit weggestreckten Beinen und Pfoten auf den Rücken, andere lehnen die Beine an einer Wand hoch und andere kuscheln sich platzsparend zusammen und passen selbst als großer Hund in ein kleines Körbchen. Andere kleine Hunde brauchen dreimal so viel Platz als ihre Größe vermuten lässt. Und manchmal denken wir nur, dass ein Hund schläft, so schnell ist er dann auf zack, wenn zum Beispiel in der Küche die Kühlschranktür aufgeht. Aber wehe wir täten seinen Namen rufen, weil wir was von ihm wollten, was gerade nicht in seinen Kram passt.

Schlafverhalten von Hunden. Welpe schläft bei seiner Mama.
Schlafverhalten von Hunden. Welpe schläft bei seiner Mama. Hundewelpen schlafen und Träumen viel

Und einige Hunde schnarchen so laut, dass man als ihr Frauchen oder Herrchen am Telefon als erklärter Single durchaus in Erklärungsnotstand kommen kann (mir ernsthaft schon passiert). Und manchmal schlafen Hunde richtig unruhig, sie scheinen auf Hasenjagd zu sein oder irgendetwas anderes interessantes zu erleben. Sie träumen eben auch.

Sicherlich ähnelt einiges davon auch unserem Schlafverhalten. Schließlich können wir auch schnarchen, uns im Schlaf hin und her wälzen und es gibt sogar Menschen, die im Stehen schlafen können oder sogar im Zug oder Flugzeug.

Hunde können sofort wach sein und in Sekunden einschlafen

Dennoch unterscheidet sich das Schlafverhalten von Hunden teilweise sehr stark von dem von uns Menschen. Das betrifft zum einen auch die Intensivität des Schlafes. Wie wir Menschen haben auch Hunde Leichtschlafphasen und Tiefschlafphasen. Die meisten Hunde können dabei nicht nur in einem Bruchteil von Sekunden einschlafen (zumindest Welpen schaffen das, erwachsene Hunde brauchen immerhin schon ein, zwei ganze Sekunden dafür), sie sind meist auch sofort hellwach, wenn es sein muss.

Wo Hunde gerne schlafen

Unsere Couch, das Sofa und auch unser Bett sind beim Hund begehrte Schlafplätze. Das liegt noch nicht einmal so sehr daran, dass es eigentlich unsere Plätze im Haus sind und der Hund uns diese aktiv streitig machen möchte, um die Herrschaft im Baus zu übernehmen. Beliebt sind diese Plätze beim Vierbeiner, da sein Instinkt ihm sagt, das schlafen auf einer erhöhten Ebene einfach auch sicherer ist. Zum einen wegen des besseren Überblicks und weil er gegen Angreifer oder Aggressoren von oben erst einmal im Vorteil wäre. Wer noch andere erhöhte Plätze im Haus hat, wird merken, dass diese, ähnlich wie Sofa und Couch ebenso hoch in der Gunst des Hundes stehen können. Bei uns war es einmal ein Treppenabsatz, von der Treppe war auch das Wohnzimmer und der Flur zumindest teilweise gut einsehbar. Aber beim besseren Überblick geht es nicht nur um Gefahren. Der Hund wählt solche Plätze auch gerne aus, um einen besseren Überblick über sein Rudel zu haben. Und, deswegen sitzen wir ja auch gerne erhöht, meist sind solche Plätze auch gegen Zugluft und Kälte besser geschützt.

Da die meisten Hunde also einen Schlafplatz oder Ruheplatz mit erhöhter Position bevorzugen, sollte man ihnen nicht nur eine Decke auf den Boden legen. Ein Hundebett, das bereits eine etwas dickere Matratze hat (und/oder ein Hundebett mit höheren Rand), ist schon mal ein guter Anfang. Oder wenigstens eine Hundematratze statt einer einfachen Matte oder Decke. Aber auch ein Hundesofa oder eine Hundecouch erfreuen sich bei unseren pelzigen Mitbewohnern daher großer Beliebtheit.

Es gibt auch Hunde, die bevorzugen zum Schlafen nicht unbedingt eine erhöhte Position, sie liegen lieber sicher und geboren in etwas mit Seitenwänden. Unser Labrador und auch unsere großen Hunde davor liebten den Esstisch im Wohnzimmer, vor allem, wenn dieser eben in einer Ecke stand. So hatten sie zwei Wände und eben noch ein Dach über dem Kopf. Aus einem ähnlichen Grund liegt auch gerade ein Hund zu meinen Füßen unter dem Schreibtisch: Drei Wände und ein Dach und Frauchen noch in der Nähe. Wer einen Tisch lieber als Tisch nutzen möchte, kann auch auf eine Stoffhundehütte für das Wohnzimmer zurückgreifen – oder auf ein Hundehaus Stoff. Für kleine Hunde kann es auch eine Hundehöhle sein. So kann sich der Hund komplett zurückziehen. Das ist besser als ihm hinter den Sofa oder unter dem Bett suchen zu müssen.

Schlafposition des Hundes

Wie der Hund schläft, welche Schlafposition er auf seinem Hundeschlafplatz oder seiner Hundedecke einnimmt, das hängt von vielen Faktoren ab. Sicherlich auch davon, wie sicher er sich fühlt. Und natürlich eben auch von der Temperatur. So versuchen Hunde natürlich auch im Schlaf Kühlung zu finden, wenn es richtig warm ist und präsentieren dann auch gerne ihren Bauch. Ist es kalt und zugig wird sich eher zusammengerollt, um der Kälte möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten und sich warm zu halten. Wenn man den Eindruck hat, dass das nichts hilft, kann man einem Hund im Winter natürlich auch eine Thermohundedecke oder ein Hundebett aus Schurwolle zur Verfügung stellen. Und im Sommer eine kühlende Hundedecke.

Aktivität eines Hundes in der Nacht – Schlafverhalten von Hunden

Ja, mit Licht aus um 22 Uhr und erst wieder aktiv werden um 6 Uhr morgens kann man nicht jedem Hund kommen. Gerade Welpen und Junghunde müssen sich noch anpassen. Später dann gleicht sich der Hund als Rudeltier doch den Gepflogenheiten seines Rudelführers an. Schließlich gibt dieser mit Fresszeiten und Gassigehzeiten auch einiges vom Tagesablauf vor. Bei einem Welpen kann es aber durchaus passieren, dass dieser, fit wie ein Turnschuh mitten in der Nacht auf einmal seine fünf Minuten bekommt. Häufig ist das auch ein Anzeichen dafür, dass der Welpe auch mal raus muss. Zum Glück gibt sich das mit der Zeit und der Welpe wird sich bald an seinen Menschen angepasst haben.

Wie viel Schlaf ein Hund braucht

Bei uns Menschen ist es ja häufig so, dass wir mehr Schlaf benötigen, als wir wirklich bekommen. Bei einem Familienhund kann man meist hingegen beobachten, dass er schläft und döst, wie  es ihm gefällt. Kann er das so tun wie er möchte, sind mal schnell zehn bis 20 Stunden vom Tag weggedöst und weggeschlafen. Das trifft wohl sogar auf Straßenhunde zu. Selbst die sind nicht den ganzen Tag unterwegs und in ihrem Revier auf Streife, auch diese schlafen einen großen Teil des Tages. Man kann bei seinem Hund auch durchaus beobachten, wann er wirklich schlafen möchte und bloß nicht gestört werden will und wann er eher dösend die Zeit totschlägt, bis endlich wieder etwas spannendes passiert. Unsere Hunde hatten immer zwei, drei Plätze zum geruhsamen Schlafen in der Wohnung. Lagen sie auf diesen, dann wahr Schlafen und Energie tanken angesagt. Taucht ein Hund hingegen auch im Arbeitszimmer auf, um sich schlafend in die Tür zu legen, kann das durchaus auch eine freundliche Erinnerung daran sein, dass man doch auch mal was gegen die Langweile tun könne. Und um die Essenszeit sind Ruheplätze in Sichtweite von Küche und Fressplatz häufig auch etwas beliebter.

Hunde – Bitte nicht wecken

Schlafende Hunde soll man nicht wecken. Es gibt Hunde, die aus dem Tiefschlaf gerissen auch sehr verwirrt sein können und durchaus zuschnappen. Aus diesem Grund soll man Hunde auch nicht erschrecken beim Wecken und bei unbekannten Hunden auch besser nicht über diese wegsteigen, wenn sie gerade tief und fest schlafen. Besonders wichtig ist es auch Welpen und Junghunde nicht einfach aus dem Schlaf zu reißen, denn auch sie brauchen ihre Schlaf- und Traumphasen um den Tag zu verarbeiten und um gelerntes zu verinnerlichen. Ich kenne durchaus Menschen, die von einem Hund gebissen worden sind, weil sie diesen einfach aus den Schlaf geschreckt haben. Kennt man seinen Hund, weiß man sicherlich wie dieser reagiert, wenn man ihn anstupst. Bei einem fremden Hund sollte man da durchaus vorsichtig vorgehen. Das Schlafverhalten von Hunden ist ebenso unterschiedlich wie ihr Verhalten, wenn sie einfach geweckt werden. Es gibt sogar Hunde, die durch ein schreckhaftes Erwachen ängstlich werden können.

Auch Hunde träumen

So wie wir Menschen gibt es auch beim Hund eine Schlafphase, in denen eben Träume angesagt sind. In der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement-Phase) können dann auch Körperzuckungen (wir sagen immer der Hund jagt gerade übers Feld) beobachtet werden. Es kann sogar sein, dass ein Hund dann winselt oder bellt oder sogar knurrt. Das tut er im Schlaf. Man sollte jetzt nicht annehmen, dass es unbedingt ein böser Traum ist und ihn deswegen einfach wecken. Bei Welpen kann man übrigens häufig beobachten, dass sie im Schlaf schmatzen und entsprechende Geräusche von sich geben. Außerdem machen sie dabei durchaus die Bewegung nach, mit der sie an der Zitze der Mutter dafür sorgen, dass die Milch fließt, den sogenannten Milchtritt. Auch kann es Welpen durchaus passieren, dass sie mitten in der Bewegung einfach wegschlafen. Sie sitzen da, der Kopf wird plötzlich schwer, die Augen sind zu und der Hundewelpe schläft. Gerne auch in – für uns sehr unbequem aussehenden Positionen. Oder mitten auf und unter der Wurfgeschwister und der Mutter. Die dann mit zunehmenden Alter ihres Nachwuchs immer weniger Hemmungen hat, dann einfach aufzuspringen, wenn es sein muss.